Anreise: Endlich geht es los. 11:15 in München. Der Flieger startet pünktlich. Zum Glück! Ich habe überhaupt keine Lust den Anschlussflug in Lissabon zu verpassen. In Lissabon angekommen suche ich mir erstmal was zu essen und zu trinken. Und was erspähen da meine Äuglein? Einen Pizzahut. Perfekt. Auf dem Weg schaue ich noch auf eine der Tafeln und sehe, dass mein Flug nach Fortaleza um 14:00 Uhr an Gate 19 boardet. Was sagt denn mein Handy? 14:19. Mist. Was soll denn das? Doch keine Pizza - aber ich habe doch Hunger! Ab durch die Passkontrolle und an das Gate. Doch da ist nichts los. Langsam dämmert es mir! Haben die Portugiesen womöglich eine Zeitverschiebung? Handy – Zeitzone einstellen – Lissabon – 13:30 - Mist.
Naja, wenigstens habe ich noch Zeit für eine Pizza. Doch leider kann ich nicht zurück. Ich befinde mich hinter der Passkontrolle. Der Typ in seinem Passportkontrollhäuschen erklärt mir, nicht gerade freundlichen (als ich mich an ihm vorbeimogeln möchte), dass ich durch die Immigration nach Portugal durch muss, dann den Flughafen verlassen muss, und dann erst wieder zu den Gates gehen kann. Was für ein Aufwand! Ich könnte doch einfach hier durch - Bitte. Nein geht nicht! Ich bin in der Sicherheitszone, da kann man nicht einfach so zurück. Ich rege mich ein bisschen auf und überlege mir, dass das mit der Sicherheitszone doch immer nur in eine Richtung schwierig ist durchzukommen. Nämlich immer dann, wenn es sicherer wird. In der anderen Richtung müsste es doch ganz egal sein. Schließlich muss ich dann wieder durch die Passkontrolle durch um an mein Gate zu kommen. Will ich ihm das erklären? Der schaut eh schon so grimmig, aber der Hunger ist stärker. Ich setze zu einem Erklärungsversuch an und merke wie sich sein Gesicht immer mehr verzieht. Äh... ich immigriere dann nach Portugal. Vielen Dank für die Informationen.
Natürlich nehmen die mir wieder mein - im Flughafen - frisch gekauftes Wasser ab, als ich durch die Gepäckdurchleuchtung gehe. Aber nicht mit mir! Ich trinke beide Flaschen auf ex aus! So! Dann muss ich mir schon kein Getränk im Pizzahut kaufen.
Der Flug ist eine Qual. 7h10min - 0 Beinfreiheit.In Fortaleza angekommen geht es wieder durch die Immigration. Zum Glück sind da 7 Schalter für ca. 300 Passagiere. Müsste eigentlich zügig gehen. Oh, von den 7 Schaltern sind nur 3 besetzt. Na super. Im Schneckentempo bin ich nach ca. 1,5h dran. Der Typ im Schalter spricht kein Wort Englisch. Jetzt ist mir auch klar, warum es so langsam geht.
Auf mein Gepäck muss ich nicht warten. Es wartet auf mich. Jemand hat es schon vom Band genommen. Jetzt noch durch den Zoll, dann bin ich frei. Da ist auch schon die nächste Schlange. Die geht aber bisschen flotter. Bis ich dran bin und er mich nach rechts schickt. In Richtung der roten Pfeile. Zollkontrolle. Mist. Zum Glück scannen sie nur meinen Koffer durch und lassen mich laufen. Jetzt bin ich aber wirklich frei. Draußen suche ich meinen Namen, den ich erst mal nicht finden kann. Also frage ich nach Sun und Fun tours bei Personen mit einem Schild in der Hand an.
Doch da kommt schon so ein junger Bub und fragt mich in perfektem Englisch, ob ich der Thomas bin. Ja! Ich soll mitkommen. Er macht mich mit seinem Vater - Ian - bekannt, der auch in dem Flieger saß und unserem Fahrer. Der Bub ist hier schon seit 2 Monaten zum trainieren. Ah sage ich, dann ist er wohl ein Pro. Ja, sagt er. Als wir da so stehen fällt mir ein, dass ich noch unbedingt Geld am Automaten holen wollte. Er kommt mit und zeigt mir, wo die Automaten stehen. Netter Bub. Wie heißt du nochmal? Aaron. Was? Mit doppel A? Mich trifft der Schlag. Das ist Aaron Hadlow. Der beste Kiteboarder der Welt. 5 facher Weltmeister. Ich falle quasi auf die Knie, muss an seine wahnsinns Videos auf Youtube denken. Wer hätte gedacht, dass er mich vom Flieger abholen kommt? OK - es war Zufall. Aber - Coooooooooooool.
2. Tag. 5 Stunden Zeitverschiebung führen dazu, dass ich gegen 5 Uhr richtig wach bin. Frühstück gibt es erst ab 7, da bleiben mir noch 2 Stunden in denen ich was lesen kann oder an meinem Reisebericht weiterschreiben kann. Ich mache beides, obwohl es mich unglaublich rauszieht, um mir die Umgebung anzuschauen. Doch die werde ich schon noch früh genug sehen. Als es dann Frühstück gibt nehme ich direkt meine kleine Canon Ixus mit und mache die ersten Bilder vom Hotel. Das Frühstück besteht aus frisch gepressten und gemixten Säften, frisch geschälten Papayas, Mangos und Bananen, dazu ein paar Brötchen mit Traubenmarmelade, Käse und Schinken. Irgendwie habe ich Erdbeer-, Kirsch- oder Pfirsichmarmelade erwartet, das gibt es zumindest immer in den Hotels, in denen ich so absteige, aber warum mal nicht Traubenmarmelade?
Die frischen Säfte und die frischen Früchte schmecken grandios! Soooo leckere Papayas und Mangos. Ich kann mich gar nicht genug sattessen.
Die Kiteschule Pro Kitesurf Brasil ist genau neben meinem Hotel Zebra. Ich gehe mal rüber, mal schauen, was da so geht. Es ist ca. 8 Uhr. Aus dem Hotel raus – Blick an den Strand – in die Kiteschule rein – kurz einfrieren. WAS? Die sind schon Kiter auf dem Wasser? Das gibt es nicht. Bin ich zu spät? Habe ich was verpasst? Gaaaanz ruhig, das ist dein erste Tag – jetzt blos nicht in Hektik verfallen. Du willst es langsam angehen. Nur ein bisschen kiten am ersten Tag, damit ich nicht (wie letztes mal) am zweiten Tag nicht mehr laufen kann vor Muskelkater. Erst in die Lagune, ohne Wellen, langsam wieder dran gewöhnen. Hat doch keinen Sinn sonst.
Die erste Person, die ich treffe ist Axel. Super netter Kerl, ca. 55 und Kiteanfänger. Keine Ahnung, ob er 55 ist, die anderen behaupten, dass er den 2. Weltkrieg miterlebt hat. Mit ihm verstehe ich mich gleich sehr gut. Wir schauen uns aus dem sicheren Schatten heraus den Strand an und staunen über die Schönheit Brasiliens. Gigi und Ricki, die Stationsleiter, mit denen ich schon gestern bisschen geredet habe und die mich mit einem Abendessen versorgt haben sind auch da. Schon seit 7, wie ich erfahre. Gigi fragt mich direkt, ob ich aufs Wasser möchte? Der Wille ist stark, aber das Fleisch ist (noch) schwach – denk dran. Ich schaue mir das noch ca. 1h an, dann gehe ich raus. OK, sag einfach bescheid. Wir machen dann alles klar.
Axel und ich gehen vor an das Wasser. Ich will zumindest mal meine Füße reinhalten, um zu schauen, wie warm es ist. Hammer! Suuuper warmes Wasser, super schöner Strand, super Wind, super schöne Häuser in der Landschaft. Super, super, super. Gleich noch ein paar Bilder machen, die sagen mehr, als meine Worte.
Nach ausgiebiger Besichtigung muss es jetzt losgehen. Ich sage Gigi bescheid, er macht alles fertig und gibt mir einen 8qm Kite.
Was ist denn mit der Lagune? Wo ist denn das Wasser? Und warum ist die so klein? Gigi: Wie Lagune? Die ist gerade leer. Geh doch gleich aufs Meer. Du hast doch den IKO Level 3 Schein.
Aber ich wollte doch langsam anfangen. Was ist denn mit den Wellen, wie groß sind die denn? Gigi: Die sind gerade nicht so groß. Immer wenn die Lagune leer ist, sind die Wellen auch kleiner. Keine 2m. Scheiße, ich werde so schlucken.
Helm und Trapez angezogen, Board mitgenommen. Der Kite wartet schon auf mich. Gigi startet ihn und übergibt ihn mir. 8qm, wenn das mal nicht zu klein für meine Größe ist. Ich sehe nur so schlank aus, aber die Knochen sind schwer. Insgesamt kommen da locker 85kg auf die Wage. Die müssen gezogen werden, und zwar über dem Wasser.
Erste Versuch - kein Power, zu wenig Zug. Zweiter Versuch, wieder nix. OK, das hat keinen Sinn. Damit macht man sich nur platt und ich bekomme Muskelkater. Also wieder zurück und einen größeren Kite holen. Gigi hat schon einen 12qm Kite fertig am Strand liegen. Das Austauschen dauert ca. 1 min. Genial. Was für ein Service, so habe ich mir das gewünscht.
Mit dem 12qm Kite ist Power kein Problem mehr. Die liegt jetzt einfach an! Das Problem ist jetzt die Wand vor mir, oder besser, die über mir zusammenfällt. Da muss ich jetzt einfach durch. Der Wille ist stark und das Fleisch auch noch.
Und tatsächlich, es geht. Ich komme irgendwie an den brechenden Wellen vorbei und es wird deutlich angenehmer. Wenn man hinter dem brechenden Wellen ist, schaukelt es nur noch hoch und runter, und die Wellen machen einen viel kleineren Eindruck. Die bauen sich nur kurz vor dem Strand, wenn sie brechen auf 2m auf, dahinter sind sie sicherlich kleiner. Gemessen habe ich das nicht, aber gefühlt. Höhe halten klappt allerdings nur so halbwegs. Ich denke mal, dass das Problem dieses unstete Wasser ist. Dadurch, dass es immer hoch und wieder runter geht, kann ich noch nicht so ankanten, wie ich es gerne möchte. Aber da mache ich mir jetzt mal keine Sorgen. Zum Glück lässt der Wind etwas nach, so dass ich zwar die Power verliere, und noch weiter abfalle, aber das zwingt mich wenigstens zum Aufhören. Gut gemacht. Nicht gleich am ersten Tag total auspowern.
Das Essen ist köstlich. Der Koch hat eine frische Spaghetti Bolognese gemacht, die nicht auf der Karte steht, aber um so besser schmeckt. Zum Nachtisch gibt es noch einen Fruchtsalat und ein Vitamingetränk. Das brauche ich auch, denn am Nachmittag möchte ich nochmal rausgehen.
Am Abend gehen alle zusammen im Todo Bom essen. Gigi, Riki die Gäste, alle werden lecker bekocht. Das Essen kostet 10 Euro, es ist mit einem Apperitiv, einigen Kleinigkeiten zum Knabbern, dann kommt eine Vorspeise mit Nudeln, das Hauptgericht und ein Nachtisch. Als Hauptgericht gibt es lecker Hähnchenschenkel mit Gemüse und zum Nachtisch einen Pudding mit Karamelsoße. Das Hotel / Restaurant ist ca. 10 min. zu Fuß von der Kiteschule entfernt. Auf dem Rückweg nimmt uns der mit seinem Auto mit, damit wir nicht laufen müssen. Ich falle mal wieder total erschöpft ins Bett. Es ist zwar erst 21:30, aber ich bin so müde, dass ich nur noch ins Bett möchte. Wenn es morgen früh wieder so stark weht, wie gestern, dann gehe ich gleich um 8 Uhr aufs Wasser, um den Wind perfekt zu nutzen.
3. Tag. Wer um 22:00 Uhr schlafen geht, der wacht halt auch um 6:00 Uhr auf. Erstaunlich gut geschlafen. Es war gar nicht so laut wie gestern. Komisch. Ich lass mal die Sonne rein. Oh ist das schön, aber immer noch so ruhig und es bewegt sich kein Blatt. Naja, das ist doch die lee Seite des Hauses, also im Windschatten, da kann es doch mal ruhiger sein. Moment, gestern hat sich hier aber alles bewegt und mein Fenster ging gestern auch schon in Richtung Windschatten auf. Ich kann es nicht weiter leugnen - wir haben Windstille. Das gibt es doch gar nicht, dachte ich. Was ist denn nur los? Ich dachte hier weht immer Wind. Es gibt keine Windstille in Brasilien. Bewölkt ist es auch noch.
Nach dem leckeren Frühstück geht es wieder zur Kiteschule. Gigi erzähle ich gleich von meiner Entdeckung, dass der Wind weg ist. Doch er hat das auch schon gemerkt. Hoffentlich kommt der Wind morgen wieder, sage ich zu Gigi. Er fragt mich, wieso morgen? In ein paar Stunden ist der Wind wieder da und die Wolken weg. Was? Ich habe mich schon auf einen Kitefreien Tag eingestellt, aber jupee - daraus wird nichts.
Tatsächlich, ein paar Stunden später ist es wieder so, als wäre nichts passiert. Super Wind, super Sonne, super Strand. Heute lege ich wieder 2 Kitesessions mit Mittagspause ein. Nach der zweiten Session merke ich schon, wie mir alle Muskeln weh tun. Das wird ein Spaß morgen. Der Muskelkater klopft schon mal an die Tür an. Was solls? Vielleicht wird es ja nicht so schlimm wie auf Naxos.
Axel ist mit Karin und Udo hier in Brasilien. Karin und Udo können schon sehr gut kiten. Die beiden sind super nett und ganz schöne Motivationskünstler. Die schaffen es immr wieder den Axel auf die Lagune raus zu treiben, damit er trainiert. Er macht das und war heute schon ganz schön gut. Das dauert vielleicht noch ein paar Tage, dann kann er gut kiten. Die drei kommen aus Ostwestfalen und sind schon seit 3 Wochen in Brasilien. Wir werden im gleichen Flieger nach Lissabon zurückfliegen. Alle am 29.10.09 und dann beginnt mein neuer Job, auf den ich schon super gespannt bin.
4. Tag. Zum Glück ist der Wind über die Nacht nicht, wie gestern, verschwunden. Doch leider ist er ein bisschen schwach. Am Vormittag ist die Lagune auch noch leer. Erst um 17:49 Uhr soll sie ihre volle Größe haben. Laut Windguru soll der Wind bis 15 Uhr auf 15 Knoten ansteigen und dann wieder etwas abfallen. Allerdings treibt es mich nach dem Frühstück stark aufs Wasser, so dass ich es trotzdem mit einem 16qm Kite probiere. In den Böen geht es auch ganz gut, ansonsten ist es allerdings eher ein Kampf, als ein Spaß.
Die Lagune kann gut 3h vor und nach dem Höchststand befahren werden. Das bedeutet also ab 14:49 bis 20:49. Ganz schön deutsch. Jeder andere hätte das wohl eher so gesagt: von halb drei bis es dunkel wird.
Heute sind 2 neue Schweizer gekommen. Die Nadine und der Ben. Auch super nette Leute, so um die 30. Irgendwie ist hier jeder sehr nett und unglaublich sympathisch. Die deutsch sprechende Gruppe besteht nun aus Udo und Karin, Nadine und Ben, Axel und mir. 6 Personen scheint mir eine gute Größe zu sein.
Am Abend geht es wieder ins Todo Bom essen. Diesmal gibt es Hummer. Köstlich.
Woran liegt das nur, dass alle so sympathisch sind? Sind Kiter einfach sympathische Menschen? Muss man sympatisch sein, damit man so weit weg von der Heimat Anschluß findet? Ich glaube es nicht. Zumindest Karin, Udo und Axel erscheinen mir einfach naturnett.
Was macht nun einen Kiter aus? Alle die hier sind, sind wegen dem Kiten hier. Sogar das Personal geht auch mal gerne auf das Wasser. Kiten ist ein extremer Individual Sport. Draußen auf dem Wasser ist man 100% auf sich alleine gestellt. Jeden Fehler, den man begeht, muss man selber ausbügeln oder eher ausschlürfen. Über alles, was einem gelingt freut man sich in der Regel selber am meisten. Man lernt den Sport für sich. Klar kann man auch coole Bilder von sich machen lassen, während man kitet, aber das ist nicht die Hauptmotivation für einen Kiter. Warum also kitet man?
Ich kann die Frage nur für mich beantworten. Es macht unglaublich viel Spaß.
5. Tag. 7 Uhr, die Lagune ist voll, aber noch keiner da. Egal, ich muss eh erst frühstücken. Gegen halb acht treibt es mich rüber zur Kiteschule. Gigi ist schon da und fragt mich, ob ich aufs Wasser will? Natürlich. Ich bin ganz alleine auf der Lagune für fast 2h. Suuuuper. Wieder viel gelernt. Vor allem Switch fahren und halsen. Ein paar Videos von meinen Halsen habe ich auf Youtube gestellt. (youtube.com/tomasso)
Leider ist das wegen schwachem Wind mein einziger Run. Dabei wollte ich am Abend nochmal in die Lagune, aber es hat einfach nicht gereicht. Das alles ist nicht so schlimm, da wir 6 Deutsche/Schweizer ein top Team sind. Von ganz alleine entstehen interessante Gespräche über alles mögliche. Diskutieren machte mir schon immer Spaß. Ich muss auch nicht mehr alleine alles auf Wikipedia nachschauen, denn Ben hat auch ein iPhone und nimmt mir häufig die Arbeit ab.
6. Tag. Heute ist ein weiteres Pärchen im Hotel Zebra abgestiegen. Natalie und Flo. Leider stellt sich schnell heraus, dass sie nicht so ganz kommunikativ wie der Rest sind. Sie isolieren sich etwas, aber vielleicht ist das nur der erste Moment. Sie waren zwar beide heute kiten, aber irgendwie bekommt das niemand mit. Vielleicht liegt das auch daran, das sie komplett ihr eigenes Material dabei haben und völlig unabhängig von allem sind.
Der Tag sieht relativ windlos aus, die Lagune ist leer, aber man weiß ja nie. Und tatsächlich, der Wind frischt wieder auf, und ich entschließe mich es direkt im Meer zu versuchen. Es möchte zwar außer mir niemand aufs Wasser, aber ich muss es trotzdem versuchen.
So ganz alleine am Strand denke ich mir noch kurz, dass ich eigentlich das Versuchskaninchen bin. Wenn es mir gelingt mit dem Wind zu kiten, kommen sicherlich alle nach. Und es geht! Und wie es geht. Ich fahre, bis mir die Beine wehtun und bin dabei sicherlich einen halben Kilometer Höhe gelaufen. Alles klappt, wie ich es mir nur in meinen Träumen vorgestellt habe. Die Wellen machen mir auf einmal überhaupt keine Probleme mehr. Ich weiß jetzt, wie ich die Wellen anfahren muß, damit sie mich nicht rauskatapultieren. Das ist wie beim Skifahren auf einer Buckelpiste, einfach die Knie benutzen und schon erscheinen die Wellen einen Meter kleiner. Das ist bis jetzt mein bester Run. Danach verdrücke ich 2 Portionen Spaghetti Bolognese und lege mich für 1h in den Schatten. Ich bin zwar noch ganz euphorisch, aber auch gleichzeitig ziemlich platt.
Wieder aufgewacht sehe ich, dass keiner in der Lagune ist, dass muss ich natürlich sofort nutzen, denn ich bin fest der Überzeugung, dass die 2h Training in der Lagune gestern mich zu diesem besten Run befähigt haben. In der Lagune habe ich gelernt den Kite von der einen Seite, auf die andere Seite voll durch die Powerzone durchzuziehen und dabei die Fahrtrichtung zu ändern. Da die Lagune nur geschätzte 30 - 100 Meter lang ist, je nach Wasserstand, ist man ständig am Wenden. Das trainiert das Wenden, das unglaublich wichtig ist, wenn man schön kiten möchte.
1h vor dem Sonnenuntergang gehe ich ein drittes mal auf die Lagune raus. Der Tag war ein voller Erfolg.
Ab Abend gehen wir deutsch sprechenden, ausser die Stummen, in die örtliche Pizzeria und lassen gemütlich den Abend ausklingen. Wieder ein schöner Tag. Und die Sterne! Man sieht hier mit bloßem Auge unmengen von Sternen, unsere Milchstraße und die nahen Planeten. Mit der Software "Distant Suns" für das iPhone finde ich auch die ganzen Sterne und Sternbilder am Himmel. Eine tolle Software (distantsuns.com).
7. Tag. Die Nacht war stürmisch. Gegen acht schaue ich, ob schon jemand auf dem Wasser ist und tatsächlich, da sind schon einige vor mir am kiten.
Ab in die Station, Kite rausholen, aufbauen und ab, aber erst noch kurz die Emails checken. Schwerer Fehler! Emails checken dauert heute mindestens eine dreiviertel Stunde. Als ich fertig bin kommen alle rein, weil der Wind weg ist. Nein! Das kann doch nicht wahr sein. Ich habe die beste Zeit zum kiten verpasst. Das wars, nie wieder checke ich erst die Emails. Die Welt dreht sich auch ohne mich weiter.
Zum Glück kommt der Wind am Vormittag nochmal. Es genügt, um ein bisschen mit den Wellen zu spielen. Als er schwächer wird gehe ich noch mal in die Lagune, weil gerade sowieso keiner drinnen ist. Und wenn die Lagune leer ist, macht es am meisten Spaß. Ich habe mir einen neuen Move überlegt, den ich mal ausprobieren möchte. "Downloop". Theoretisch bin ich ihn mit dem Udo und mit dem Gigi durchgegangen.
Um die gewöhnliche Drehung zurchzuführen, muß man am Windfensterrand, wenn man zur Halse ansetzt, den Kite nach oben und dann zur anderen Seite lenken. Beim Downloop läßt man den Kite nach unten, voll durch die Powerzone durch, zur anderen Seite durchloopen. Die Schwierigkeit besteht einmal darin, dass man z.B. nach rechts lenkt, aber: nach links fährt, oder eben andersrum, nach links lenkt, aber nach rechts fährt. Zum Anderen baut sich ein unglaublicher Druck im Kite auf, den man auch halten muß. Gigi sagt, dass, wenn man den Downloop probiert, man ihn voll durchziehen muss, ansonsten knallt der Kite mit voller Wucht mit der Fronttube auf den Boden.
Jetzt ist die Zeit reif, den Downloop zu probieren. Ich fahre hin und her und nehme mir jedes mal, wenn ich wenden will vor, einen Downloop zu machen, doch die Angst ist größer. Was ist, wenn es mich über den Strand zieht, weil ich einen Schleudersturz hinlege? Ich nehme all meinen Willen zusammen und ziehe voll an der rechten Seite der Bar und mache tatsächlich einen Downloop und frahre auch noch weiter. Auf der anderen Seite probiere ich es gleich noch mal und es klappt wieder. Es ist gar nicht so schwierig. Ab jetzt mache ich fast nur noch downloops. OK, jetzt brauche ich wieder etwas neues zum lernen. Entweder ich lerne gescheit zu springen, oder ich lerne endlich den Air raley, doch den Air raley habe ich schon beim Wakeboarden nicht hinbekommen, also mache ich mich jetzt ans springen.
8. Tag. Natalie und Flo haben sich doch als sehr nett herausgestellt. Sie machen zwar immer noch ihr eigenes Ding, aber wer macht das hier nicht? Sie sind irgendwie beides. Hauptsächlich Einzelgänger, aber gesellig zu Tisch, wenn alle beisammen sitzen. Auf jeden Fall sind sie auch sehr nett und passen gut in die Deutsch/Schweizer Gruppe rein.
Der Wind ist heute wirklich weg. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber es ist fast windstill. Mit windstill meine ich ca. 4-8 Knoten, also auf jeden Fall zu wenig zum Kiten. Wirklich windstill, also 0-1 Knoten, ist es hier nie. Man hat immer eine leichte Brise um die Nase, die das Leben sehr angenehm macht.
Da schon alle angefangen haben sich zu langweilen, hat Gigi zwei Autos organisiert und wir sind ein bisschen in der Gegend rumgefahren. Die Bilder sind hier. (picasaweb.google.com/thomas.kuczek)
Es ist schon schade, wenn man extra nach Brasilien fährt, um Windsicherheit zu haben und dann weht der Wind einfach zu schwach. Da bleibt einem nur die Hoffnung auf morgen.
9. Tag. Gleich um 7:45 gehe ich in die Lagune. Der Wind weht wieder und es genügt, um mit dem 12qm Kite ein bisschen Spaß zu haben. Kurze Pause - und da der Wind einfach nicht stärker werden will, nehme ich mir wieder den 16qm Kite, ein großes Board und gehe damit ins Meer. Es geht auch einigermaßen, auch wenn es nicht wirklich befriedigend ist. Was bleibt, ist die Hoffnung auf mehr Wind, doch mehr Wind will sich einfach nicht einstellen. Das ist der große Nachteil, wenn man eine Sportart betreibt, die vom Wetter abhängig ist. Doch es bleibt Zeit für alles andere und man kommt auf andere Gedanken. Heute habe ich mir überlegt, wie vorteilhaft Squash spielen ist. Und wer hat es erfunden? Die Engländer - klar, oder? So unbeständig, wie da das Wetter ist :-)
10. Tag. Schon der Blick aus dem Fenster ist ernüchternd. Viel bewegt sich nicht, aber das war schon mal so, und später ist der Wind dann gekommen. Ein zweiter Blick auf die Lagune, nix los, aber vor der Kitestation bauen schon die ersten ihre Kites auf. Das könnte ein Zeichen sein, also gehe ich einfach mal so, noch vor dem Frühstück kurz in die Kitestation. Gigi meint, es sollte mit einem 16qm Kite reichen. OK, ein Test ist es wert. Dauert ja nicht lange alles aufzubauen, vor allem, weil Gigi einen Kompressor hat, der den Kite mit Luft auffüllt, während ich die Bar ausrolle. Ich liebe den Kompressor, vor allem, wenn man einen 16qm Kite aufbauen möchte.
Herrlich! Es geht. Es hat genug Wind. Und wenn es genug hat, dann zieht der 16qm Kite ganz schön. Perfekt. Höhelaufen ist auch kein Problem, so muß es sein. Vielleicht würde sogar ein 12qm Kite genügen, aber das ist mir jetzt egal. Ich kite, bis mir die Oberschenkel schmerzen und ich keine Kraft mehr zum ankanten habe, so dass ich gezwungen bin aufzuhören. Am Strand steht Udo mit einem Trapez, was für ein Glück. Ich übergebe ihm den Kite und das Board und kann mich endlich etwas ausruhen. Udo fährt, noch besser als ich, schön hin und her. Es geht also auch für ihn. Das freut mich sehr, da Udo schon etwas angefressen war, weil es für ihn nicht genug Wind hat.
Die Wellen sind groß, der Wind ist da, jupee. Nach einiger Zeit kommt Udo an Land und gibt mir den Kite wieder zurück. Meine Beine tun zwar immer noch etwas weh, aber sie sollten sich erholt haben. Ab aufs Wasser, wer weiß, wie lange das noch geht. Irgendwann bin ich so erschöpft, dass ich den Kite wieder an Udo übergebe und mich in Richtung Strandliege zurückziehe. Oh war das anstrengend. Auch Doris und Rüdiger kommen von ihrer Vorfrühstückssession zurück und wollen jetzt frühstücken gehen. Perfekt, das kommt mir doch auch sehr entgegen. Doris war Internistin und Rüdiger war Sportlehrer und ist 72 Jahre alt. Gigi erzählte, dass sie schon letztes Jahr hier waren und ständig am kiten waren, es sei denn, sie mußten etwas essen. Die zwei sind non-stop am kiten. Nach dem Frühstück geht es wieder weiter. Gleiches Material, aber weniger Kraft und das merke ich. Zudem wird der Wind schwächer, so dass ich noch kurz in die Lagune gehe, bevor ich vor Erschöpfung mich wieder in meine Strandliege lege.
Kohlenhydrate sind jetzt genau das Richtige. Nadine und Ben, die uns heute leider verlassen, um weiter nach Norden zu ziehen, fragen mich, ob ich mitessen will. Eine große Karaffe frisch gemixter Multifruchtsaft und eine Penne mit Scampi und Zucchini, bitte. Danach bin ich satt. Während wir essen, passiert etwas sehr merkwürdiges, was hier anscheinend im Oktober nie passiert. Es regnet. Na sowas. Doch danach passiert noch etwas viel erstaunlicheres, der Wind kommt doppelt so stark zurück, wie vorher. Meine Kraft für den Tag ist eigentlich verbraucht, aber nach einer halben Stunde Verdauungspause sollte es doch wieder gehen. Die anderen sind schließlich auch am kiten. 12qm sollten jetzt genügen. Es ist herrlich für mich und eine Qual für meine Oberschenkel. Als es im Meer mit den Wellen für meine Oberschenkel immer unerträglicher wird, gehe ich noch in die Lagune, doch da kommt auch Aaron. Juhu, ich fahre mit Aaron in der gleichen Lagune. Er springt direkt vor mir ab, und macht seine Drehungen und Figuren. Unglaublich. Doch die Lagune ist nicht groß, ich habe keine Kraft mehr und Aaron springt wie wild umher. Zeit aufzuhören.
Karin, Udo und Axel wollen wieder Fisch essen gehen. Es ist ca. 16 Uhr. Noch etwas früh für ein Abendessen, aber ich habe schon wieder Hunger. Nach dem Essen genügt die Strandliege nicht mehr meinen Ansprüchen, ich muss ins Bett und richtig schlafen.
11. Tag. Mist.
12. Tag. Was für ein Tag! Es ist mein letzter und bester Tag. Der Wind bläst mit ca. 18-21 Knoten. Ich benötige nur einen kleinen 9qm Kite und ein kleines Board. Die Wellen sind so groß wie nie, ca. 3m. Darauf habe ich gewartet. Mein ganzes Können kann ich jetzt unter Beweis stellen.
Es funktioniert super! Ich bin ordentlich angepowert und vor den Wellen habe ich zwar keine Angst mehr, aber eine Menge Respekt. Der Wind kommt zwar fast onshore, aber auch das schreckt mich nicht mehr ab. Es wird nur deutlich schwerer über die Wellen zu kommen. Gleich die erste Welle bricht so ungeschickt kurz vor mir zusammen, dass ich über das Weißwasser fahren muss. Anluven ist im Weißwasser kaum möglich. Ich muss immer zwischen den Wellen so gut wie möglich anluven, um Höhe zu gewinnen und aufs Meer rauszukommen. Das ganze stehe ich noch weitere 5 mal durch, dann bin ich an den Wellen vorbei. Jupee! Geschafft. Zu Beginn meines Urlaubs hätte ich es nie für möglich gehalten, dass ich das mal hinbekommen werde.
In den Wellen fahren macht mir immer mehr Spaß. Es lehrt mich die Unabhängigkeit von Kite und Board. Klar, Kite und Board gehören zusammen, aber man muss nicht immer so fahren und zum Wind stehen, wie man es am Anfang gelernt hat. In den Wellen wird man zu Manövern gezwungen, um nicht von den Wellen erwischt zu werden und dann versucht man den Kite passend zum Board zu stellen und nicht andersrum. Das ist eine ganz neue Erfahrung und genau das meine ich, wenn ich von der Unabhängigkeit von Kite und Board rede.
Irgendwann passiert es und eine Welle erwischt mich voll auf Breitseite. Der Kite ist abgestürzt, das Board ist weg, und ich bin wieder über Wasser. Ich überlege den Kite auszulösen, entscheide mich aber doch dagegen. Das Relaunchverhalten des Cabrinha Kites ist sehr gut. Es hat bis jetzt auch immer hervorragend geklappt. Doch eine Welle nach der anderen erwischt meinen Kite, der unter der Wassermasse stark zusammengedrückt wird. Mein Board sehe ich im Augenwinkel schräg links hinter mir, aber erst einmal muss der Kite wieder fliegen, dann sammle ich das Board wieder ein. Der Kite liegt zwar erschlagen im Wasser, versucht aber immer wieder, sobald er Leinenspannung hat, aufzustehen. Die Wellen erschlagen die Aufstehversuche des Kites immer wieder, aber auf einmal klappt es. Der Kite fliegt. Jetzt noch das Board und weiter geht es. Doch das Board ist mittlerweile verschwunden. Ich suche und suche, lasse mich mit dem Kite nach rechts und links ziehen, aber weit und breit ist kein Board in Sicht. Mir bleibt nur noch der Weg an den Strand, um da zu suchen, ob es irgendwo angespült wurde. Doch da liegt es auch nirgends. Ich sehe schon mein Konto im Minus, weil ich das Board ersetzen muss, als ganz weit weg ein Kiter ein Board an den Strand wirft und mir zuwinkt. Jupee, nichts wie hin und weiterkiten.
Als ich aufgrund von Kraftmangel aufhören muss, aber nicht will, sehe ich dass die Lagune leer ist. Perfekt. In der Lagune kiten ist lange nicht so anstrengend. Doch das einfache hin und her fahren wird mir schnell langweilig. Ich muss etwas neues probieren. Da war doch noch das Springen. Das einfache - Kite auf 12 Uhr drehen und ziehen - springen. Doch das stellt sich gar nicht so einfach heraus, als ich es mir dachte. Ich probiere es sicherlich 10 mal auf jeder Seite, doch es passiert nichts, außer, dass es mich immer wieder hinhaut. Irgendetwas mache ich wohl falsch. Wie war das nochmal genau? Ich hatte mich gestern länger mit Will unterhalten, dem Fotografen von Aaron. Er hat mir das Springen so erklärt:
- stetig Fahren, Kite auf 10 oder 2 Uhr halten
- leicht abfallen, um manövrierfähiger zu sein
- GLEICHZEITIG schnell und sehr energisch anluven UND den Kite in die entgegengesetzte Richtung steuern
- leicht gegensteuern, um den Kite auf 12 Uhr zu halten und die Bar voll anziehen
Das kann nicht so schwer sein. Meine Versuche sind wohl einfach zu zaghaft. Ich muss es zumindest einmal genau so machen, wie Will es mir erklärt hat. Bis jetzt habe ich den zweiten Schritt, das leichte Abfallen übersprungen. Also probiere ich es genau so, wie Will es mir erklärt hat. Ich fahre nach rechts, der Kite ist auf 2 Uhr, ich falle etwas ab und mache mich dabei etwas locker. Der Kite hat kaum Leinenspannung, er läßt jetzt jedes Manöver, dass ich machen möchte, zu. Noch einmal kurz nachdenken, ob ich es jetzt wirklich machen will - JA. Ich kante maximal an, fahre also stark nach rechts in den Wind und gleichzeitig steuere ich den Kite in die entgegengesetzte Richtung und ziehe die Bar durch. Mich katapultiert es hoch, wie eine Rakete, oh shit. Kite auf 12 Uhr stellen und hoffen, dass ich sanft lande. Sanft war das nicht, aber ich bin sicher gelandet und fahre weiter. Juhu! Mein erster Sprung und gleich gestanden. Auf der anderen Seite, wieder zurückfahrend, probiere ich das gleich nochmal aus und auch das klappt. Ich kanns. Endlich. Ich kann springen.
In der nächsten Stunde mache ich nichts anderes als hin und her zu fahren und jedes mal zu springen. Jetzt geht es nur noch um die Feinabstimmung. Wie stark muss ich vorher abfallen, wie stark anluven, wie stark den Kite in die entgegengesetzte Richtung lenken, usw. Das wird schnell immer besser. Mit den Sprüngen kommt das Gefühl für das Springen. Will kommt an die Lagune, da er mich springen gesehen hat und gratuliert mir. Er macht mich noch auf die Landung aufmerksam. Kurz vor der Landung ist es sinnvoll, den Kite wieder in die Fahrtrichtung zu steuern. Das hat 2 Vorteile. Erstens, man nimmt wieder Fahrt auf - die Landung ist einfacher und sicherer und zweitens, viel wichtiger, man landet sanfter, da der Kite die Abwärtsbewegung verlangsamt.
Bis jetzt bin ich nach dem Sprung wie ein Stein in das Wasser gefallen und habe dann weitergelenkt, um fahrt aufzunehmen und nicht einzusinken. Die Landung ist für einen Sprung genau so wichtig, wie der Absprung. Hier nochmal die Zusammenfassung eines kompletten Sprunges mit Landung:
- stetig Fahren, Kite auf 10 oder 2 Uhr halten
- leicht abfallen, um manövrierfähiger zu sein
- GLEICHZEITIG schnell und sehr energisch anluven UND den Kite in die entgegengesetzte Richtung steuern
- leicht gegensteuern, um den Kite auf 12 Uhr zu halten und die Bar voll anziehen
- kurz vor der Landung den Kite wieder in die Fahrtrichtung steuern
- sanft aufkommen und weiterfahren
Nach einigen Sprüngen klappt auch das sehr gut. Will scheint gefallen an meinen Erfolgen gefunden zu haben und winkt mich wieder zu sich. Thomas, das klappt schon super, jetzt ist der Air raley dran. Was? Ich kann doch grad mal den normalen Sprung. Keine Sorge, du machst schon alles richtig. Der einzige Unterschied ist, dass du den Kite nicht mehr bewegst, sondern ständig in Fahrtrichtung behältst. Du solltest etwas schneller sein, um genügend Druck auf die Kante zu bekommen. OK. Ich probiere es und tatsächlich, das klappt genau so. Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass das so einfach ist, wenn man erstmal den Schlüssel zum springen gefunden hat. Jetzt kann ich mich in der Lagune so richtig austoben. Einfach Sprünge, Air raleys, Downloops, alles macht so richtig Spaß. Was für ein persönlicher Erfolg. Nie hätte ich das für möglich gehalten.
Irgendwann bin ich dann wirklich erschöpft, dass ich etwas essen muss. Eine große Portion Pasta mit Hackfleisch, eine halbe Stunde Pause und weiter geht es. Raus aufs offene Meer, um zu schauen, ob ich meine kleinen Tricks auch im Meer noch beherrsche.
Kurze Zusammenfassung: Super Wetter, guter Wind, perfekte Temperatur, man schwitzt nicht tagsüber, nachts angenehm zum schlafen, keine Moskitos
2 Kommentare:
Hi Thomas, versuche doch mal, Aaron nen Kite abzukaufen, der hat super Material... :) Deine Berichte sind super und im fernen Deutschland denkt man nur - scheisse, warum bin ich nicht dabei? :) VLG Daniel
Dein Bericht und die Fotos machen echt Lust auf Brasilien. Echt tolle Landschaften und ein super Wetter hattet ihr da! Da wünscht man sich wirklich, man wäre dabeigewesen! Auf jeden Fall muss ich da jetzt auch mal hin!
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